Assistenzhundeverein informiert über Corona-Spürhunde

6. Juli 2020

Bereits vor einigen Wochen gingen Meldungen durch Presse und Medien, die darüber berichteten, dass es schon bald ausgebildete Hunde geben würde, die Corona-Infektionen "erschnüffeln" könnten. Verwiesen wurde dabei auf laufende Studien und Untersuchungen in Finnland, Frankreich und England. 

Aufgrund ihres feinen Geruchssinns werden Hunde für ein breites Spektrum an Aufgaben herangezogen: Sie helfen dem Mensch als Rettungs-, Diagnostik-, Assistenz- oder Drogenspürhund. Dass man Hunden auch die Geruchsidentifizierung von Covid-19-Patienten anhand von Urinproben antrainieren kann, belegt eine erste Pilotstudie der Universität Helsinki. Diese Ergebnisse geben Wissenschaft und Politik Anlass zur Hoffnung - könnte man mit entsprechend ausgebildeten Hunden doch in Pflegeheimen oder an Flughäfen leicht Infizierte ausmachen. 

Der Verein Associata-Assistenzhunde e.V. hat sich intensiv in seinem Netzwerk zu diesem Thema ausgetauscht und wurde vom "Anzeiger für Sternberg-Brüel-Warin" (SVZ) dazu angesprochen und um Einschätzung gebeten. Gerne möchten wir die Informationen unseres VdW-Mitgliedes an dieser Stelle teilen:

Der Verein gibt zu Bedenken, dass ein Herausfiltern von einzelnen Infizierten aus Menschenmengen heraus zu einer Stigmatisierung führen könne, die schnell in verbale oder tätliche Angriffe münden könnte. Auch die Umstände eines möglichen Hundeeinsatzes seien zu bedenken: Eine große Menschenansammlung mit starker Geräuschkulisse bedeutet erschwerte Bedingungen für die Arbeit des Hundes. Der Hund leistet Arbeit. Ein Drogenspürhund der Polizei beispielsweise benötigt nach einem Einsatz von 20 Minuten in höchster Anspannung eine Pause. Das Tierwohl darf in dieser Diskussion auf keinen Fall vergessen werden.