Alle Jahre wieder - eine Herzensangelegenheit

5. März 2018

Auch im letzten Jahr hatten sich die Mitglieder der Deutsch-Polnischen-Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. das Ziel gesteckt, bis zur Weihnachtszeit genug Spenden zu sammeln, um sie am 21.12.2017 zur polnischen Sonderschule nach Działoszyn zu bringen. Es ist immer toll zu erleben, wie viele Menschen in unserem Umfeld Freude daran haben, den Kindern mit ihrer Hilfs- und Spendenbereitschaft ein schönes Weihnachtsfest zu ermöglichen.

Ein Beispiel ist die Grundschule „Am Geiseltaltor“ in Merseburg als Partner der Sonderschule. Seit vielen Jahren sammeln die Schüler dort voller Hilfsbereitschaft Bekleidung und Unterrichtsmaterial. Und viele von ihnen trennen sich von liebgewonnenem Spielzeug. Voller Stolz erzählen sie uns oft von ihrer dabei erlebten Erfahrung, dass Helfen so viel Freude bringt. Mit einem großen Umschlag, auf dem in polnischer Sprache „Wesołych Świąt“ („Frohe Weihnachten“) stand, übergaben sie uns feierlich ihre Spenden und schickten so auch die guten Wünsche an ihre fast gleichaltrigen polnischen Freunde mit uns auf die Reise.

Auch das Bildungszentrum für Land- und Hauswirtschaft (BLH) in Bad Dürrenberg ist nun schon seit 2011 „mit im Boot“. Der Grundstein dazu wurde damals im Rahmen der Durchführung eines „Leonardo da Vinci“-Projektes gelegt. Herr Udo Kanzler (Geschäftsführer der Einrichtung) ist somit ein langjährig verlässlicher Partner und gemeinsam mit Familie Camnitius aus Weißenfels „guter Geist“ des Projektes. Durch das zusätzlich zu den Sachspenden mitgegebene Geld von Familie Camnitius werden sicherlich wieder wie in den Vorjahren einige dringend notwendige Therapien oder Hilfsmittel für die behinderten Kinder finanziert werden können.

Es fällt schwer, die besondere Atmosphäre zu schildern, die man bei der Weihnachtsfeier in Polen empfindet. Es ist eine unglaubliche Leistung der Erzieherinnen, diese teils mehrfach behinderten Schüler alle so einzubinden, dass jeder seinen Platz in der Weihnachtsgeschichte findet. Die Kinder spielten mit so einer Hingabe und so viel Gefühl, dass man dazu keine Worte brauchte. Und natürlich sangen wir alle gemeinsam die traditionellen polnischen Weihnachtslieder. Für viel Begeisterung sorgt immer wieder der wunderbare Brauch des Teilens der Oblaten untereinander, wobei man sich Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr wünscht. Das anschließende Abendessen ist auch für uns dann noch einmal die Gelegenheit, Gedanken auszutauschen, neue Freundschaften zu knüpfen und liebgewonnene Menschen wiederzusehen. Kurz vor der Abfahrt überraschte uns auch Landrat Jan Ryś aus unserem Partnerkreis Pajęczański mit seinem Besuch und ließ es sich nicht nehmen, persönlich für alles Danke zu sagen und uns gemeinsam mit der Schule liebe Grüße sowie landestypische Präsente für seine guten Bekannten im Saalekreis mitzugeben. Die Direktorin der Schule, Anna Tarnowska-Przerywacz, bedankte sich ebenfalls mit herzlichen Worten und bat uns nicht nur einmal, die Dankbarkeit für jede einzelne Unterstützung zurück nach Deutschland zu bringen. Diesem Dank können wir uns nur anschließen, denn wir hatten das Glück, die vielen leuchtenden Kinderaugen zu sehen. Man könnte es auch mit den Worten von Mutter Teresa ausdrücken: „Wer mit Freuden gibt, gibt am meisten.“. Schöner kann Weihnachten nicht beginnen!

Dr. Edward Sułek und Katrin Müller