Antje Schäfer, Leipzig

2021
Organisation: 
Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V., Landesgruppe Sachsen
Engagement: 
engagiert sich für ... junge Menschen in ihrem Austauschjahr
„In der Begegnung und den Gesprächen finde ich immer wieder Inspiration. Ich finde es erfrischend, viele verschiedene Persönlichkeiten kennenzulernen und zu erfahren, was sie bewegt und wo sie einmal hinwollen. Das fasziniert mich und erweitert meinen Horizont!“

Sich dafür zu entscheiden, für ein Jahr in einem fremden Land zu leben, dort zur Schule zu gehen und Teil einer Familie und einer Kultur zu sein, mit der man zuvor noch nicht in Berührung gekommen ist, ist eine große Sache. Es ist ein Wagnis. Antje Schäfer ist es eingegangen und hat die 11. Klasse im Schuljahr 1997/1998 in den USA verbracht. Für sie eine wichtige und rundum positive Erfahrung. Organisiert und begleitet wurde sie bei ihrem einjährigen Schüleraustausch von der gemeinnützigen Organisation „Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V.“

Das „YfU“ hat seinen Vereinssitz in Hamburg und unterstützt Jugendliche seit über 60 Jahren bei dem Wunsch, ein halbes oder ganzes Jahr im Ausland zu verbringen. Tausende Ehrenamtliche - meist ehemalige Austauschschüler*innen oder Gasteltern bilden den aktiven Kern von YfU. Jede/r Einzelne von ihnen bringt Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen zusammen und macht YfU zu einer Plattform für interkulturelle Begegnung und Bildung. Immer von dem Ziel geleitet, eine weltoffene, friedliche und demokratische Gesellschaft zu fördern und mitzugestalten - so auch Antje Schäfer.

„Schon nach meinem Austauschjahr im Jahr 1997/98 war klar, dass ich die Verbindung zum YfU auch zukünftig halten möchte und ehrenamtlich beim Programm mitwirken möchte.“ Die gebürtige Leipzigern engagiert sich seit 2006 fest im Verein und deren Landesgruppe Sachsen und bringt sich auf vielfältige Weise ein. Zunächst durch den Wunsch motiviert, die Prozesse des Bewerber- und Auswahlverfahrens näher kennenzulernen, fand sie schnell weitere Aufgabenbereiche. „Ich wollte das Jahr in den USA damals gemeinsam mit einer Freundin machen. Sie wurde allerdings nicht zugelassen und ich wollte unbedingt herausfinden, warum nicht und die Hintergründe verstehen“, erinnert sich die Leipzigerin mit einem Schmunzeln.

Heute wirkt Antje Schäfer selbst in der Auswahlkommission mit und ist an der stetigen Weiterentwicklung des Auswahlverfahrens beteiligt. „Neben Gruppengesprächen finden nun auch Einzelgespräche mit den Bewerber*innen statt, um noch besser herausfinden zu können, ob der junge Mensch, der vor uns sitzt, auch tatsächlich bereit ist, für eine längere Zeit, von seiner Familie und vertrauten Umgebung getrennt, in einem ihm fremden Land zu leben.“

Des Weiteren betreut sie im Jahr 1 bis 2 Gastfamilien hier in Deutschland sowie die Schüler*innen, die aus anderen Ländern kommen und in die Gastfamilien vermittelt werden. Hier fungiert sie als Ansprechpartnerin, Begleiterin und manchmal auch Mediatorin. Mittlerweile selbst Mutter von drei Kindern, kommt ihr neben ihren eigenen Erfahrungen und in Erinnerung an ihren Schüleraustausch auch die einjährige Ausbildung zum Interkulturellen Trainer zugute. „Oft können wir sehr gut vermitteln und helfen. Meine Trainerausbildung hilft mir sehr dabei, verschiedene Sichtweisen rüberzubringen und andere dazu zu befähigen, sich in die jeweils andere Kultur einzufühlen. Interkulturelles Lernen hat viel mit Erfahrung zu tun. Manchmal ist es jedoch so verzwickt, dass auch keine Mediation unsererseits mehr hilft. Wir haben leider hin und wieder auch Abbrecher oder auch Familienwechsel.“

Einblicke und Möglichkeiten zum Austausch mit den betreuenden Gastfamilien und Schüler*innen gewinnt Antje Schäfer auch bei traditionellen Veranstaltungen, wie dem Herbst-, Weihnachts- oder Frühjahrstreffen, an denen sie nicht nur teilnimmt, die sie auch mit vorbereitet und organisiert. „Nicht zu vergessen unser großes Abschlusstreffen im Juni, kurz bevor die Austauschschüler*innen wieder zu ihren Familien heimkehren. Da bekommen wir auch nochmal ganz viel Feedback. Das ist sehr wichtig für unsere Arbeit, um uns und unsere Formate weiterzuentwickeln. Wie können wir z.B. kürzere Programme gestalten? Wie können wir weitere Länder einbeziehen und eine größere Reichweite aufbauen? Auch daran arbeite ich sehr gern mit – an der (Weiter)Entwicklung von Formaten.“

Mitgestalten zu können, im Austausch zu sein, Menschen kennenzulernen ist für Antje Schäfer wichtig und inspirierend. Im YfU schätzt sie gleichermaßen die Zusammenarbeit mit vielen jungen Menschen einerseits und mit den Gastfamilien andererseits. „In der Begegnung und den Gesprächen finde ich immer wieder Inspiration. Ich finde es erfrischend, viele verschiedene Persönlichkeiten kennenzulernen und zu erfahren, was sie bewegt und wo sie einmal hinwollen. Das fasziniert mich und erweitert meinen Horizont!“