Diana Fischer, Leisnig

2021
Organisation: 
Lebenszeit e.V.
Engagement: 
engagiert sich für ... einen würdevollen Abschied vom Leben für schwerstkranke Menschen.
"Es gibt so viele Parallelen zwischen dem Beginn und Ende eines Lebens. Beides sind Übergänge, Ereignisse, die nicht konkret vorhersehbar und damit nicht planbar sind."

In ihrer beruflichen Tätigkeit als Hebamme begleitet sie Menschen in das Leben hinein. In ihrer Vereinsarbeit sorgt sie mit einem Netzwerk aus ehrenamtlichen Hospizbegleitern hingegen dafür, dass Menschen in Würde und nach ihren Wünschen aus dem Leben gehen können. Leben und Tod – für Diana Fischer schon immer ein Thema, das sie beschäftigt. „Es gibt so viele Parallelen zwischen dem Beginn und Ende eines Lebens. Beides sind Übergänge, Ereignisse, die nicht konkret vorhersehbar und damit nicht planbar sind. Sie passieren einfach. Aber man kann sich darauf vorbereiten und in gewisser Weise mitbestimmen, wie es ablaufen soll, wenn es soweit ist.“

Diana Fischer ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzende des Lebenszeit e.V. in Leisnig, der seit seinem Zusammenschluss im Jahr 2012 in sagenhaftem Tempo einen Meilenstein nach dem anderen umsetzen konnte. Ausgehend vom grundlegenden Ziel, Menschen im ländlichen Raum für Palliativ- und Hospizarbeit zu sensibilisieren, sie über Möglichkeiten der Palliativmedizin und Palliativpflege aufzuklären und zu beraten, stand von Anfang an auch immer das große Ziel im Raum, in Leisnig einen Hospizdienst ins Leben zu rufen – im ersten Schritt einen Stationären. Motor der Vereinsarbeit war und ist dabei der unbedingte Wunsch und Wille, mehr für schwerstkranke Menschen und deren teils überlastete Angehörige zu tun. Für sie da zu sein, sie mit ihrer Situation nicht allein zu lassen und ihnen dabei zu helfen, diese letzte Phase entsprechend ihrer eigenen Wünsche und Persönlichkeit gestalten zu können. Dazu gehörte für den Verein von Anfang auch die Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur.

„Eine stationäre Hospizaufnahme bedeutet für Patient*innen und Angehörige einen entscheidenden Einschnitt ins soziale Leben. Die Vorstellung, diese letzte Zeit 50 km entfernt von daheim, in einer anonymen Großstadt zu verbringen, lässt Menschen vom Land oft auf diesen Anspruch verzichten“, berichtet Diana Fischer. „Um Betroffenen und ihren Angehörigen nicht länger weite Anfahrten zumuten zu müssen, war für uns klar, dass wir ein Hospiz in Leisnig aufbauen müssen.“ Dank der Hilfe eines privaten Investors konnte dieses Ziel binnen weniger Jahre nach Vereinsgründung erreicht werden. Mit 12 stillen Räumen eröffnete das Hospiz 2018 im Leisniger Hasenweg und schloss damit eine Versorgungslücke im Raum zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz.

Für Menschen, die die letzte Phase ihres Lebens lieber daheim, in der ihr vertrauten Umgebung verleben möchten, hat der Verein seit 2019 zudem einen ambulanten Hospizdienst in Leisnig etabliert. Dass jeder selbst entscheiden kann, wo er gehen möchte, ist dem Verein ein wichtiges Anliegen. „Damit dies in betreuter Form auch Zuhause möglich ist, bilden wir ehrenamtliche Hospizbegleiter aus, die nicht nur für die Betroffenen, sondern gleichermaßen auch für deren Angehörige da sind. Damit Angehärige auch einmal etwas für sich tun können und Kraft tanken.“ Dabei erstaunt und beeindruckt es Diana Fischer immer wieder, wie viele Menschen bereit sind, die Aufgabe eines Hospizbegleiters zu übernehmen und sich aktiv in die Vereinsarbeit einbringen. „Unser Verein lebt vom engagierten Ehrenamt.“

Als der Verein im letzten Jahr neue, größere Vereinsräume bezog, erweiterte er gleichermaßen auch seine inhaltliche Arbeit. So wurde ein Trauercafé ins Leben gerufen, das Angehörigen einen regelmäßigen Anlaufpunkt bietet, um sich mitzuteilen oder auch schweigend Anteilnahme und Trost zu finden. Zudem widmet sich der Verein seit 2020 Menschen, die aufgrund ihres Alters gebrechlich werden, pflegebedürftig sind und Unterstützung von Alltagshelfern benötigen. „Wir sind vom Land Sachsen zum „Projektträger für Alltagsbegleiter“ ernannt wurden und dürfen damit jetzt auch Ehrenamtliche zu Nachbarschaftshelfern ausbilden“, freut sich Diana Fischer über die neue mögliche Hilfeleistung, die der Verein den Menschen in der Region entgegen bringen kann.

Dass diese Möglichkeit auch in der Region und Öffentlichkeit wahrgenommen wird, liegt vor allem im Aufgabenbereich von Diana Fischer. Als Vereinsvorsitzende kümmert sie sich neben den administrativen Verantwortlichkeiten auch um die Pressearbeit, die seit neustem auch die Aufbereitung einer Mitgliederzeitung mit einschließt.

„Die Aufgaben unseres Vereins sind sehr vielfältig. Sie reichen von der Öffentlichkeitsarbeit in Form von unterschiedlichen Veranstaltungen bis hin zur Aufklärungsarbeit in Schulen. Im Rahmen unseres Formats „Hospiz macht Schule“ können sich Kinder von Grundschulen und weiterführenden Schulen an die Themen Leben, Sterben und Tod annähern.“