Sabine Kirton, Seebad Heringsdorf

2019
Organisation: 
Frauenselbsthilfe nach Krebs
Engagement: 
engagiert sich für krebskranke Menschen
Hier sitzen wir nicht im Kreis und erzählen uns unsere Krebsgeschichten. Vielmehr geht es darum, die Betroffenen aufzufangen, sie zu informieren und auf ihrem Weg im Kampf gegen die Erkrankung zu begleiten. Bei uns fühlt man sich verstanden.

„Plötzlich ist er da, dieser Knoten. Drei Worte nur und doch veränderten sie alles: „Sie haben Krebs!“ Nichts ist mehr wie es war. Von einem Moment zum anderen wird aus der Frau, dem Mann, der Mutter oder dem Vater, ein Krebspatient. Damit sich der Krebs nicht im Körper ausbreitet müssen Therapien durchlaufen werden, die einerseits das Wachstum der Krebszellen eindämmen bzw. verhindern und andererseits aber mit den diversen Nebenwirkungen dafür sorgen, dass wir uns gerädert, müde, schlaff, übel, mitgenommen und klein fühlen. Die bisherige Leistungsfähigkeit sackt in ungekannte Tiefen ab und oftmals fühlen wir uns wie mit einer schweren Last bepackt. 

Sabine Kirton ist seit 2010 Vorsitzende des Landesverbandes „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mit seinen 28 Selbsthilfegruppen. Diese Aufgabe fordert sie immer wieder, gibt ihr aber auch das Gefühl, in sinnvoller Weise am Leben teilzunehmen.

„Der Austausch mit Menschen, die ebenfalls an Krebs erkrankt sind, kann befreiend wirken. Zu sehen, dass andere Patienten oft ähnliche Erfahrungen machen und die eigenen Ängste und Sorgen teilen, zeigt: Ich bin nicht allein, meine Gedanken und Gefühle sind ganz normal.“

Genau diese Gedanken und Gefühle waren es, die Sabine Kirton damals 2005 zu ihrer Gruppe Wolgast-Insel Usedom geführt haben, die ihr aber auch geholfen haben, die Funktion einer Gruppenleiterin und fünf Jahre später einer Landesvorsitzenden zu übernehmen. 

"Bis auf den heutigen Tag habe ich diese Schritte niemals bereut, im Gegenteil! Ich habe in diesen Jahren, trotz gesundheitlicher Probleme, immer wieder offene Hände von Mitgliedern unserer FSH nach Krebs ergreifen können, die mich gestützt und geführt haben und mir gezeigt haben, wie schön das Leben trotz Krebs sein kann! Wichtig für mich, wie für uns alle ist, dass wir sowohl den akut Betroffenen als auch demjenigen, der die Krankheit überstanden hat, die Gewissheit vermitteln, dass wir keinen allein lassen, sondern dass es jemanden gibt, zu dem jeder, ob Mann oder Frau, mit seinen Sorgen und Nöten kommen kann.“

Sabine Kirton möchte weiterhin sehr gerne dazu beitragen, dass noch mehr Krebsbetroffene und ihre Angehörigen ihre Lebensfreude, ihren Lebensmut wiedererlangen, indem sie die Selbsthilfe als eine unterstützende Hand im Fremdland erkennen und ergreifen, neues Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein finden und daraus Kraft ziehen, um den Alltag besser zu bewältigen.

Wichtig für sie ist, dass sie mit Selbsthilfegruppen - sowohl den akut Betroffenen als auch demjenigen, der die Krankheit überstanden hat - die Gewissheit vermittelt, dass niemand allein gelassen wird. Jeder sollte die Gewissheit haben, dass es da jemanden gibt, zu dem Mann oder Frau mit seinen Sorgen und Nöten kommen kann und ein offenes Ohr findet.