Hannelore Herma, Teltow

2019
Organisation: 
Arbeiterwohlfahrt Teltow
Engagement: 
schenkt Zeit, hört zu, fragt nach und unterstützt
Ich schenke im wahrsten Sinne des Wortes Zeit. Ich kenne alle Geschichten aus der Kinderzeit. Wichtig dabei ist Vertrauen.

2010, nach einem erfüllten Berufsleben und dem Tod ihres Mannes, stand die promovierte Chemikerin vor der Frage: „Wie weiter?“ Nur den großen Garten zu pflegen und sich in ihre Heimbibliothek zurückzuziehen, war ihr zu wenig. „In meinem Arbeitsleben“, sagt sie „hatte ich ein großes Netzwerk, Kontakte und Gespräche mit Menschen haben mein Leben bereichert. Mir war klar, dass ich auch im Ruhestand eine Beschäftigung gemeinsam mit anderen Menschen brauchte.“ 

Bei ihrer Recherche rund um ehrenamtliches Engagement stieß sie auf eine Anzeige der Arbeiterwohlfahrt Teltow, die junge Rentnerinnen und Rentner zur Alltagsunterstützung älterer Ruheständler suchte. Nicht um Pflegeleistungen oder hauswirtschaftliche Dienstleistungen sollte es dabei gehen, sondern um Gesellschaft, Begleitung und Unterstützung, die auch im Alter die Teilnahme an sozialen und kulturellen Veranstaltungen ermöglicht. Die Verständnis und ein Miteinander fördert. Ein sicheres Gefühl. Ein immer noch Gesehen werden!

Zeit schenken - Das kann natürlich ganz Unterschiedliches bedeuten: Eine erkrankte Nachbarin, die das Haus nicht mehr verlassen kann - ihr hilft Hannelore Herma beim Einkaufen und im Haushalt. „Wichtig ist ja“, so die Botschafterin der Wärme 2019, „dass ältere Menschen genug essen und trinken“. Sie selbst hat sich über das Projekt ‚Junge Alte helfen alten Alten‘ zu Themen wie Ernährung, Sturzprophylaxe, Gedächtnistraining, Abschied und Trauer weitergebildet. Und genau deshalb geht sie auch mal „kurz rüber“, schaut nach dem Menschen, hält ein Schwätzchen und kann denjenigen so für die nächsten Tage und Wochen anspornen. 

Nachdem dieses Projekt nun bei der AWO abgelaufen ist, war für Dr. Hannelore Herma klar, es muss weitergehen und so übernahm sie das Projekt als Teamleiterin. Mit ihren sechs MitstreiterInnen trifft sie sich regelmäßig zur Supervision, in die jeder seine Erfahrungen einbringen kann. Neben der Patenschaft für Senioren ist Frau Herma auch Lernpatin in der Anne-Frank-Grundschule. Sie unterstützt die Lehrer aktiv im Unterricht. Hier speziell in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch. 

Dr. Hannelore Herma hat noch viel vor. „Wir sind im Alter zwar nicht mehr so schnell und flexibel“, sagt sie „aber wir verfügen über enormes Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten, die genutzt werden sollten.“