Jenny de la Torre, Berlin

2002
Engagement: 
engagiert sich für Obdachlose
"Eine Gesellschaft die so reich ist, wie die Deutsche, muss es sich einfach leisten, sich um die Ärmsten zu kümmern." Jenny de la Torre, Botschafterin 2002

Helfen, heilen und pflegen, jenen zur Seite stehen und ihre Schmerzen lindern, die es am nötigsten brauchen – das wollte Jenny de la Torre so lange sie denken kann. Deshalb wurde sie Ärztin. Fern ihrer peruanischen Heimat studierte sie in Deutschland Medizin mit dem festen Willen, zurück zu kehren, um den Ärmsten der Armen in ihrem Land zu helfen.

Es kommt anders. Jenny de la Torre bleibt mit ihrem Sohn in Berlin. Und sie sucht sich hier einen Weg, ihre Vorstellungen vom Arztsein umzusetzen. 1994 beginnt die Medizinerin auf dem Berliner Ostbahnhof, obdachlose Menschen zu behandeln. Sie untersucht ihre Wunden, versorgt zunächst mit einfachen Mitteln Verletzungen und Geschwüre, lindert Schmerzen. Der Einsatz verlangt von ihr starke Nerven und viel Fingerspitzengefühl. Die engagierte Ärztin kämpft gegen bürokratische Hürden und begegnet Zurückhaltung, manchmal auch Unverständnis. Ihre Beharrlichkeit und Zuverlässigkeit schaffen Vertrauen. Die obdachlosen Patienten akzeptieren "Ihre" Frau Doktor. Viele kommen mittlerweile regelmäßig zu ihr. Jenny de la Torre kennt ihre Verletzungen, denn sie nimmt sich Zeit, ihnen zuzuhören. Sie behandelt einfache Fälle, nimmt auch kleinere chirurgische Eingriffe vor. Innerhalb der Ärzteschaft erfährt der Einsatz der Kollegin mehr und mehr Anerkennung.

In ihre Heimat reist die peruanische Ärztin nur selten. Ihrer Familie schickt sie regelmäßig Geld.